Zu Besuch bei Rimsky - Korsakow

Am Freitag, den 13. September, machte sich die dritte Stufe der Diesterwegschule  Richtung Alte Oper auf, um dort ein Konzert live zu erleben. Auf dem Programm stand die Tondichtung Sheherazade des russischen Komponisten Rimsky-Korsakow.

Wie immer gut zu Fuß, erreichten wir nach einer Stunde den Campus Westend, frühstückten dort und nahmen den Rest des Weges gespannt ins Visier. Vor der Alten Oper warteten bereits Hunderte anderer Kinder auf den Eintritt. Um 11.00 Uhr ging es los. Zu unserer großen Freude hatten wir ausgezeichnete Plätze im Großen Saal erhalten.

Nach der freundlichen Begrüßung durch Herrn Gotthardt begann das Konzert mit einem Fachvortrag des Chefdirigenten Herrn Albrecht. Der Komponist Rimsky-Korsa­kow erzählt die Rahmenhandlung und einzelne Geschichten aus der Sammlung 1001 Nacht, die wahrscheinlich auf indisch-persische Ursprünge zurück geht  und den Zuhörer in die wunderbare Welt des Orients mit seinen fremdartigen Städten und bunten Basaren entführt.

Im Zentrum der Tondichtung steht die schöne und kluge Sheherazade, die dem Sultan Nacht für Nacht spannende Geschichten erzählt, ohne sie jedoch ganz zu beenden. Der Sultan, der mit großer Neugierde das Ende der Geschichte erfahren will, verzichtet von nun an auf seine Rache, die er nach dem Betrug seiner Frau an den ihm zugeführten Jungfrauen genommen hat. Nach 1001 Nacht ist der Geschichtenschatz von Sheherazade erschöpft. Der Sultan hat sich in sie verliebt und heiratet sie.

Die vier Sätze der Tondichtung überschreibt Korsakow: .

 

1. Das Meer und Sindbads Schiff

2. Die Geschichte vom Prinzen Kalender

3. Der junge Prinz und die junge Prinzessin

4. Feier in Bagdad. Das Meer. Das Schiff zerschellt an einer Klippe unter

einem bronzenen Reiter.

 

Im ersten Thema erklang mit den Blechbläsern die Andeutung des bedrohlichen Sultan, den die kleinen Zuhörer und Zuhörerinnen mit ebenfalls bedrohlichen Gesten begleiten durften.  Ein Thema aber taucht in allen Sätzen auf, Sheherazades zu Herzen gehende Melodie, von der Solovioline repräsentiert. Auch dabei waren die Kinder beteiligt, indem sie mit bunten Tüchern, die den guten Geist der Erzählerin darstellen sollten, das Spiel der Geige visualisierten.

Trotz des Einführungsvortrages, der die Auffassungskapazitäten der Kinder zeitweilig überforderte, gehörte deren gesamte Aufmerksamkeit und Begeisterung der Aufführung und den belebenden „Mitmach-Aktionen“. An dieser Stelle sei besonders den Kunstschülerinnen der Bettinaschule und ihrem Lehrer Wolfgang Stärker gedankt. Auf eine große Leinwand hatten sie gemalte Bilder und erschließende Animationen projiziert, die immer wieder vernehmliches Erstaunen auslösten.

 

Die Suite besteht aus vier Sätzen. Der Komponist ließ sich zunächst überreden, ihnen die folgenden programmatischen Titel zu verleihen, entfernte sie aber später wieder zugunsten reiner Tempobezeichnungen und wandte sich dagegen, ein "Geschichtenerzählen" in die Musik hineinzuinterpretieren.

  • I. Das Meer und Sindbads Schiff (Largo e maestoso — Allegro non troppo)
  • II. Die Geschichte vom Prinzen Kalender (Lento — Andantino — Allegro molto — Con moto)
  • III. Der junge Prinz und die junge Prinzessin (Andantino quasi allegretto — Pochissimo più mosso — Come prima — Pochissimo più animato)
  • IV. Feier in Bagdad. Das Meer. Das Schiff zerschellt an einer Klippe unter einem bronzenen Reiter. (Allegro molto — Vivo — Allegro non troppo maestoso)

Das Thema am Anfang des ersten Satzes steht für den tyrannischen Sultan. Doch alsbald (nach einigen Akkorden der Holzbläser, die an die Einleitung der Ouvertüre Ein Sommernachtstraum von Mendelssohn erinnern), erklingt das einzige Thema, das in jedem Satz wiederaufgenommen wird; es versinnbildlicht die Figur der Erzählerin selbst, Scheherazade, seine Frau, der es letztlich gelingt, ihn mit ihren Geschichten zu besänftigen. Es handelt sich um eine tiefbewegende Melodie der Solo-Violine, die sich sinnlich zur Begleitung der Harfe windet.

 

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