Förderkonzept

Die Diesterwegschule arbeitet seit 20 Jahren im Gemeinsamen Unterricht und hat sich 2012 wie viele andere Schulen auch auf den Weg zur Inklusion gemacht. In unserem Einzugsgebiet gibt es leistungsstarke und begabte Kinder, gleichzeitig eine nicht unerhebliche Zahl von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern. Die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund und ohne jegliche Deutschkenntnisse nimmt stetig zu. Außerdem besuchen unsere Schule in jedem Jahrgang Kinder mit besonderem Förderbedarf oder sonderpädagogischem Förderbedarf. Als Schule mit einer heterogenen Schülerschaft kommt der Förderung und Forderung unserer Schüler und Schülerinnen eine besondere Bedeutung zu.

 

Grundsätzlich werden alle Kinder im Regelunterricht binnendifferenziert gefördert, d.h. neben gemeinsamen Unterrichtsphasen wird den unterschiedlichen Leistungsniveaus Rechnung getragen. Differenzierungsmaterial, sowie individuelle Unterstützung kommen hier zum Einsatz.

Für Kinder mit erheblichen Lernschwierigkeiten wird ein Förderplan erstellt, der in regelmäßigen Abständen mit dem Kind, den  Eltern, den Lehrerinnen und außerschulischen Einrichtungen evaluiert wird. Zusätzlich unterstützt eine vom Beratungs- und Förderzentrum zugewiesene Förderschullehrerin die Lehrerin bei der Einschätzung der Schwierigkeiten und Erstellung einer Diagnostik.

 

Förder- und Forderunterricht als Methode der äußeren Differenzierung

Wir fördern und fordern die Kinder sowohl innerhalb ihres Klassenverbandes, als auch klassen- und  jahrgangsübergreifend entsprechend ihres individuellen Bedarfs. Die Anzahl der Maßnahmen hängt von den verfügbaren Lehrerstunden ab.

 

Im Schuljahr 2013/2014 haben wir folgende Förder- und Forderstunden im Stundenplan verankert:

 

1. Klassenförderstunde Deutsch/DAZ

 

Jeder Grundschulklasse wird eine Förderstunde in Deutsch/DAZ pro Woche zugewiesen, die in erster Linie Kindern mit Migrationshintergrund zu Gute kommt. Diese Stunde übernimmt in der Regel die Deutschfachkraft der Klasse.

Folgende inhaltliche Aspekte bilden häufig Schwerpunkte:

  • Individuelles Lesetraining
  • Wortschatz- Erweiterung
  • Motivationale Sprachspiele
  • Förderung der Wahrnehmung zur optischen und akustischen Differenzierung
  • Wahrnehmungsübungen zur Verbesserung der Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb
  • Unterrichtsinhalte, z.B. Rechtschreibung und Grammatik

 

Diese Förderung wird einer meist heterogenen Kleingruppe angeboten. Übungsprogramme, Arbeitshefte und Lernspiele kommen zum Einsatz.

Die Kinder schätzen die angenehme Atmosphäre und die persönliche Zuwendung.

Häufig arbeiten sie individuell, in eigenem Tempo mit auf sie zugeschnittenem Übungsmaterial und erzielen in kurzer Zeit erstaunlich gute Lernfortschritte.

 

 

2. LRS - Rechtschreibtraining für Schüler mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) im dritten und vierten Grundschuljahr

 

Zu Beginn der 3. Klasse wird bei den Kindern, die die Lernziele des Faches Deutsch gar nicht oder nur teilweise erreichen konnten ein standardisierter Test durchgeführt. Dieser Test (DRT) ist ein Instrument für die Diagnose orthografischer Kompetenz und zeigt, nach welchen grundlegenden Rechtschreibstrategien jedes einzelne Kind vorgeht. Zusätzlich wird zu Beginn der 3. Klasse erneut die Lesefähigkeit der Schüler überprüft.

 

Im Verlauf des ersten Schuljahrs machen viele Kinder die Erfahrung, dass manchen Graphemen nicht nur ein Phonem entspricht und umgekehrt. Jeder Schüler muss einerseits die lautgetreue Verschriftung des Gehörten erlernen aber andererseits in einem weiteren Schritt erkennen, dass es phonetisch verführte Rechtschreibfehler gibt.  Daher ist nicht immer auf die Phonem-Graphem-Korrespondenz Verlass. Es bedarf intensiver Übung, bis alle Rechtschreibstrategien  verinnerlicht und automatisiert angewendet werden. Schülern mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten steht besonders im 3. und 4. Schuljahr intensive Förderung in Kleingruppen zu. Schwerpunkte dieser Förderung sind:

 

  • Sichern des lautgetreuen Schreibens
  • Arbeit mit Wortbausteinen, Vorsilben und Endungen, sp und st, ie, au und äu, Dehnungs-h
  • Übung mit Doppelkonsonanten und Reimwörtern
  • Erkennen von Wortfamilien
  • Anwendung ausgewählter grammatischer Zusammenhänge mit Selbstkontrolle
  • Arbeit mit dem Wörterbuch, Lernwörterkartei, Grundwortschatz
  • Erweitern der Lesefähigkeit

Am Ende des Schuljahres werden die Lernfortschritte evaluiert.

 

Schüler, die zu Beginn des 4. Schuljahres weiterhin große Schwierigkeiten  mit der Rechtschreibung haben, können mit dem zu Beginn erwähnten DRT erneut getestet werden. Auf der Grundlage der Auswertung erfolgt die dem Lernstand entsprechende individuelle Förderung.

 

Zusätzlich zu den im 3. Schuljahr erwähnten Schwerpunkten steht folgender Kompetenzerwerb für Viertklässler im Fokus:

  • Nutzen ausgewählter grammatischer Zusammenhänge
  • Entwicklung individueller Lern- und Arbeitstechniken mit eigener Lernwörterkartei und Selbstkontrolle
  • Anwenden von Merk- und Nachschlagetechniken
  • Übungen zur Erweiterung des Wortschatzes im Besonderen für Kinder anderer Muttersprachen
  • Entwickeln einer Fehlersensibilität

 

Die Schüler der dritten und vierten Stufe erwerben während des Rechtschreibtrainings mehr und mehr die Fähigkeiten, Phänomene der deutschen Sprache kognitiv zu durchdringen. Sie beginnen, Zusammenhänge zu verstehen, Übereinstimmungen und Unterschiede zu erkennen. Eigenes Regelverständnis hilft die richtige Lösung zu finden.

 

 

3. Matheförderstunden und Mathematiktraining für Schüler mit Rechenschwierigkeiten

 

Seit mehreren Jahren bieten wir auch Förderstunden im Fach Mathematik an. Intensive Zusammenarbeit der Stufenteams schufen zusätzliche Jahrgangsförderstunden im Fach Mathematik. Diese Stunden werden von einer der Mathelehrerinnen des Jahrgangs übernommen. Zusätzliche Übungsstunden dienen dazu, schwächeren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben in einer homogeneren Gruppe wichtige Basiskompetenzen zu vertiefen und zu sichern.

 

Zu Beginn der 3. Klasse werden Schüler, die inhaltliche Ziele des Faches Mathematik nicht erreichen konnten mit dem Kutzer & Probst- Test überprüft. Dieser Test prüft als strukturbezogener Test die Einsichten und Rechenfertigkeiten in Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 100, sowie Grundlagen der Multiplikation und Division.

Mathematiklehrerinnen und eine Förderschullehrerin werten aus und entwickeln Konzepte zur Bewältigung der spezifischen Lernschwierigkeiten. Aufgrund der erzielten Ergebnisse werden die Schüler wöchentlich in einer Förderkleingruppe zusammengefasst. Anknüpfend an den Kenntnisstand der Schüler werden Rechenkompetenzen fundiert weiterentwickelt. Die Aneignung mathematischen Wissens erfolgt hierbei über die drei Abstraktionsstufen: handelnde Tätigkeiten, bildhafte Darstellung und die symbolische Ebene unter Einübung und Anwendung von Hilfsmitteln.

Schwerpunkte der Förderung

  • Umgang mit Mengen unter Anwendung des Bündelungsprinzip
  • Sicherung der Zahlenreihe
  • Sicherung der Kenntnisse über das Dekadische Positionssystem
  • Erkennen, das Ziffern abhängig von ihrer Stellung im  Positionssystem (Einer, Zehner, Hunderter) unterschiedliche Werte haben, sowie der Null als Platzhalter
  • Übung der Addition und Subtraktion von Zahlen
  • Festigung der Grundaufgaben
  • Übungen zur Zehnerüberschreitung mit der Entstehung neuer Zehnerbündel bei der Addition
  • Übung der Zehnerüberschreitung bei der Subtraktion mit Auflösungen eines   Zehnerbündels in Einer
  • Übung von Multiplikation und Division
  • Erkennen der Multiplikation als verkürzte Addition
  • Begreifen der Division als Umkehrung von Multiplikation
  • Aneignung von Rechenvorteilen
  • Übung von Sachaufgaben und Größenrechnen

 

Die Schüler der dritten und vierten Stufe erweitern während des Rechentrainings ihre mathematischen Fähigkeiten. Sie lernen Zusammenhänge zu verstehen, eigenen sich Regeln an, nutzen Rechenvorteile und erwerben Sicherheit im Gebrauch von Hilfsmitteln.

 

4. DAZ - Fördermaßnahmen für Kinder mit Migrationshintergrund

 

Unter Einbezug des jeweiligen Kindergartens können Vorschulkinder, die bei der Schulanmeldung durch unzureichende Deutschkenntnisse auffallen, ein Jahr vor der Einschulung einen Vorlaufkurs in der Schule besuchen. Die im Vorlaufkurs eingesetzten Lehrerinnen haben durch Fortbildungen Kompetenzen im Bereich DAZ  erworben. Wünschenswert ist hierbei die Doppelbesetzung einiger Stunden, die eine gesicherte Beobachtung und Diagnose ansatzweise möglich machen.

Zeitgleich findet der Elternkurs „Mama lernt Deutsch“ in der Schule statt.

 

Kinder, die die Vorklasse besuchen aber noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse besitzen, fördert der Mitlaufkurs, durchgeführt von der Vorklassenleiterin.

In der ersten Stufe ist im Stundenplan eine Stunde pro Woche doppelt besetzt ausgewiesen.  Die Türkisch-Lehrerin unterstützt an der Seite der Klassenlehrerinnen im Rahmen des Koalaprojekts Kinder mit Sprachdefiziten.

 

In den Stufen 2, 3 und 4 kommt die zugewiesene Deutschförderstunde besonders Kindern mit Migrationshintergrund zu Gute. In diesen Stunden, in der Regel durchgeführt von der Deutschfachkraft stehen die Förderung der Wahrnehmung zur optischen und akustischen Differenzierung, der Aussprache, der Grammatik, des Wortschatz und Leseverständnisses im Fokus. Bei Bedarf werden zusätzlich klassenübergreifende DAZ-Gruppen eingerichtet.  Kurzfristige Lösungen bieten Seiteneinsteigern, unter Abzug  von Lehrerstunden an anderer Stelle, Einzelförderung an.

Jahrgangsübergreifend fördert das Rechtschreibtraining  rechtschreibschwache Kinder, oft mit Migrationshintergrund, der  3. und 4. Stufe.

 

Ein sprachfördernden Schwerpunkt zum lustvollen Umgang mit der Hochsprache leistet die Musik- und Theaterarbeit unserer Schule und kommt allen Kindern, besonders aber Kindern aus sozial schwachem Umfeld, zu Gute. Intensive Hör- und Sprechschulung, Vermittlung eines erweiterten Sprachschatzes, Verbesserung des sprachlichen Ausdrucks und Freude an sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten werden dabei entwickelt und gefördert.

Naturwissenschaftliches Experimentieren fördert in der schuleigenen Lernwerkstatt das freie Forschen sowie die Sprachkompetenz der Kinder. Sie lernen Fachausdrücke kennen, versprachlichen die Versuchsreihen und üben darüber einen fachspezifischen Wortschatz ein.

 

 

5. Leseförderung

 

Ein wichtiger Aspekt im Schulprogramm der Diesterwegschule ist die Leseförderung. Wir widmen der Lesekompetenz und der Lesemotivation an unserer Schule viel Unterrichtszeit. So steht jeder Klasse eine „Bibliotheksstunde“ zu. In dieser Zeit und in den Bibliothekspausen haben die Kinder die Möglichkeit, in Ruhe Bücher auszuwählen, zu lesen und auszuleihen. Die Vorklasse und die ersten Klassen werden dabei von ehrenamtlichen Büchereihelferinnen unterstützt. Viele Leseprojekte wie Vorlesetage, Autorenlesungen, Lesewettbewerb und der Einsatz von ehrenamtlichen Lesepaten verbessern die Lesekompetenz nicht nur der Kinder mit Migrationshintergrund.

Zusätzliche freiwillige Arbeitsgemeinschaften wie Leseclub, Hörclub, Schülerzeitung, Theater und Chor leisten außerdem einen wichtigen Beitrag zur Spracherziehung.

 

Leseförderung mit Lesepaten

Seit gut 6 Jahren arbeiten an unserer Schule etwa 15 ehrenamtliche Lesepatinnen und -paten mit Kindern, die Unterstützung beim Lesenlernen brauchen.

Die Lesepatinnen und -paten sind dabei den Lehrern eine willkommene Hilfe, da „sie sich doch gerade den Kindern zuwenden, die zu Hause aus unterschiedlichsten Gründen keine Hilfe erfahren“ (PatenPost Nr. 9, September 2014) oder besondere Schwierigkeiten beim Leselernprozess haben.

Lesepatinnen und -paten berichten von der großen Freude, die ihnen die Arbeit mit den Kindern bereitet, die sich aber auch bei den Kindern widerspiegelt, wenn sie nach „ihrer Lesezeit“ in den Klassenverband zurückkehren.

Auf der Grundlage einer individuellen Beziehung zwischen Kind und Patin bzw. Pate geschieht hier kindbezogene Förderung, die sowohl Leseverständnis als auch Lesefertigkeit entstehen lässt, die im Klassenverband oftmals nicht zu erreichen ist.

Darüber hinaus liegt es den Lesepatinnen und -paten am Herzen, neue Bildungshorizonte zu schaffen und so für die Kinder neue Alternativen zu eröffnen. Zugang zu Bildung heißt schließlich immer auch: Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungen.

Konkret sieht die Förderung durch die Lesepatinnen und -paten so aus, dass die Kinder wöchentlich, parallel zum Unterricht, aus dem Klassenverband genommen werden und mit ihrer jeweiligen Lesepatin oder ihrem Lesepaten arbeiten. Diese Arbeit beinhaltet nicht nur den Prozess des Lesens, sondern auch das Gespräch über das Gelesene sowie das Eintauchen in und das Übertragen auf die Lebenswelt der Kinder.

Der regelmäßige Kontakt zwischen der Lesepatin oder dem Lesepaten und der jeweiligen Klassenlehrerin, der eine erweiterte Sicht auf das Kind zulässt, rundet das Konzept ab.

Fördermaterialien zum Leselernprozess stehen den Lesepatinnen und -paten in einer Lesepatenkiste zur Verfügung oder werden durch die Klassenlehrerin bereitgestellt. Darüber hinaus nutzen viele Patinnen und Paten das freie Angebot unserer Schulbibliothek und berücksichtigen dabei die individuellen Vorlieben der Kinder.

Etwa zweimal im Schuljahr laden wir die Lesepatinnen und Lesepaten zu einem Erfahrungsaustausch in unsere Bücherei ein. Bei einer Tasse Kaffee berichten sie von ihrem Einsatz und ihren Erfahrungen, tauschen Lesetipps aus und fragen gezielt nach Lerninhalten und –methoden. Lesepatinnen und Lesepaten werden zu besonderen Schulereignissen, wie Schulfesten und Konzerten eingeladen und erleben „ihre“ Lesekinder gerne auch außerhalb der Lesestunde.

Die Diesterwegschule arbeitet mit Lesepatinnen und -paten zusammen, die sich über das Projekt „Die Frankfurter Lesepaten“ (www.die-frankfurter-lesepaten.de) sowie „Lesementor - Die Leselernhelfer“ (www.mentor-hessen.de) ehrenamtlich engagieren. Hinzu kommen Mütter und Großmütter von Diesterwegschülern, denen der Leselernprozess aller Kinder am Herzen liegt.

 

6. Forderstunden in Mathematik und Deutsch

 

Leistungsstarke, besonders begabte Grundschüler werden in den Jahrgangsklassen binnendifferenziert gefördert. Sie bearbeiten zusätzlich zum Lernstoff der Klasse weiterführende Aufgaben. Dazu gehören Anforderungen, die Kreativität und Ausdauer der Schüler herausfordern und ihnen nach dem Lösen von komplexen Aufgaben Erfolgserlebnisse schenken. Die Präsentation der besonderen Aufgaben wird in den Unterricht integriert, so dass alle Beteiligten dadurch profitieren können.

 

Daneben regen Forderstunden in den Fächern Deutsch und Mathematik lernstarke Kinder zu herausforderndem Tun ein.

Die Mathe-Clubs für Kinder des 3. Jahrgangs und des 4. Jahrgangs laden zur Auseinandersetzung mit Denksportaufgaben, Knobelkalendern und anspruchsvollen Geometrie- oder Strategiespielen ein. Des Weiteren nehmen jedes Jahr 60-70 Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgänge am bundesweiten Kängurutest teil (weitere Infos finden Sie unter „Projekte“ auf der Homepage).

 

Im Forderunterricht Deutsch finden besonders die Bereiche Texte schreiben, Sprache untersuchen und die Fähigkeit, Lernprozesse zu reflektieren, sowie die Kompetenz, sich selbst einschätzen zu können besondere Beachtung.

Im Nachmittagsbereich können diese Kinder an der Schülerzeitung mitarbeiten.

 

7. Sport und Bewegung

 

Im Rahmen der präventiven Arbeit und der Fördermaßnahmen sind Bewegungsangebote  und AGs mit sportlichem Inhalt neben dem Sportunterricht eine notwendige Ergänzung des schulischen Förderangebots. Sport trägt in hohem Maße dazu bei, Kinder mit unterschiedlichen Problemen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Es geht dabei nicht nur darum motorische Schwächen auszugleichen, sondern die Kinder in ihrem Selbstvertrauen zu stärken und ihnen wieder zu Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verhelfen. Kinder, die durch ihr Verhalten öfter in Konfliktsituationen verwickelt sind und/oder durch Hyperaktivität und Impulsivität auffallen, erfahren und erproben Regeln und lernen neue Verhaltensmuster kennen, die ihnen helfen, mit ihren Problemen angemessen umzugehen.

Bewegungsangebote mit psychomotorischen Elementen fördern Kinder mit Wahrnehmungsdefiziten in folgenden Bereichen: kinästhetische Wahrnehmung (Bewegungsempfinden/ Lage- und Bewegungssinn), taktile Wahrnehmung (Tastsinn), vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewichtssinn), akustische Wahrnehmung (Hören) und visuelle Wahrnehmung (Sehen).

Aufgrund der Wechselbeziehung zwischen der Motorik und allen anderen Entwicklungsbereichen werden nicht nur die Wahrnehmung, die motorische Entwicklung und die emotional-psychische Entwicklung gefördert, sondern auch die Sprachentwicklung, die soziale und die kognitive und die Entwicklung. Die ganzheitliche Förderung durch Bewegungsangebote beeinflusst wiederum das Lernverhalten und die Lernbereitschaft der förderbedürftigen Kinder und trägt zu einer positiven Entwicklung in den Bereichen der schulischen Anforderungen bei.

Zusätzlich zu den in der Stundentafel enthaltenen drei Sportstunden erhalten alle Kinder der Vorklasse und der ersten Klassen eine zusätzliche Sportstunde, die im Vormittagsstundenplan fest verankert ist. Diese ist ein Angebot des Projekts „Schulkids in Bewegung“, das vom Sportkreis Frankfurt initiiert und finanziert wird. Anlass waren die erschreckenden Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen, nach denen die Zahl der Kinder mit motorischen Defiziten in den letzten Jahren stark angestiegen war. Träger dieses Angebots ist der TSV Ginnheim, der die Übungsleiter stellt. Für die Kinder der 2. Klassen wird seit letztem Jahr auch eine AG Sportkiste darüber finanziert. Im AG-Bereich gibt es auch noch Basketball und Mädchenfußball als weitere Angebote für alle Kinder.

Impressum | © Diesterwegschule Frankfurt