Auf dem Weg zur Ganztagsschule

Bereits im Jahre 2009 hat sich die Diesterwegschule auf den Weg zur Ganztagsschule gemacht. Damals gab es eine erste Umfrage bei Eltern und Schülern deren Ergebnis ein großes Interesse an Nachmittagsveranstaltungen für alle Kinder der Schule ergab. Viele Kinder hatten zwar im Hort die Möglichkeit an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen, aber diese waren immer nur für einen Teil der Schülerschaft zugänglich und viele Schülerinnen und Schüler äußerten den Wunsch mit anderen Klassenkameraden Nachmittagsaktivitäten besuchen zu wollen.

 

Ein besonderes Interesse gab es an Sport und Sprach- AGs. Wir begannen also mit verschiedenen AGs am Nachmittag. Einige wurden von Eltern, andere von Sportvereinen oder Lehrerinnen angeboten.

Im Jahr 2010 haben wir uns dann erstmals für eine Aufnahme in das Ganztagsangebot Profil 1 beworben. Diese wurde abgelehnt und auch in den Folgejahren konnten wir uns nicht bewerben.

 

Das AG-Programm aber hatte regen Zuspruch. Im Schuljahr 2009/2010 zeigten sich schnell zwei Problembereiche:

 

  1. Was tun die Schüler ohne Hortplatz bis zum AG-Beginn?
  2. Was passiert, wenn eine AG kurzfristig ausfällt?

 

Zu eins: Seit Herbst 2010 organisierten wir ein Mittagessen an der Schule. Dieses fand ab 13.15 Uhr statt. Das verschob allerdings nur unser Problem, denn jetzt konnten die Kinder zwar ein warmes Essen einnehmen, aber die Aufsicht vor und nach dem Essen war nur unbefriedigend geregelt. Seit 2013 organisierten wir deshalb eine Betreuung zwischen Mittagessen und AG-Beginn an drei Tagen die Woche.

 

Zu zwei: Seit dem Schuljahr 2013/14 beginnen alle AGs um 14.00 Uhr und Eltern AGs sind weitgehend abgeschafft. Die meisten AGs werden von Lehrerinnen geleitet und auch die Zusammenarbeit mit Sportvereinen klappt von Jahr zu Jahr besser.

 

In Jahr 2013 haben wir uns erneut für das Landesprogramm „Ganztägig arbeitende Schule im Profil 1“ beworben und seit September 2014 gibt es jetzt an der Diesterwegschule den „GanzDie“ eine Betreuung an 3 Nachmittagen bis 14.30 Uhr für Kinder von der Vorklasse bis zum 3. Schuljahr.

Im Anschluss an die 2. Pause oder nach Unterrichtende gehen 30 Kinder in den GanzDie. Hinzu kommen AG-Kinder, die keinen Hortplatz haben und Kinder, die das sozialpädagogische Förderprogramm „Sternpiloten“ besuchen. Diese können im neuen GanzDie-Raum spielen, malen und bauen, sich auf dem Schulhof austoben, ruhig in der Bücherei schmökern und Hausaufgaben machen. Zusätzlich gibt es jeden Tag ein Zusatzangebot; montags freies Spiel in der Turnhalle, dienstags Basteln und donnerstags Hörclub.

Alle Kinder können jetzt in der neu ausgebauten Küche oder im „Restaurant“ ein warmes Mittagessen bekommen. Wir essen nicht in Schichten, sondern benutzen ein flexibles „Stäbchen –System“, das es den Kindern ermöglicht zwischen 11.45 Uhr und 13.30 Uhr zu essen. Dabei bleibt es jedem individuell überlassen wie lange er/sie isst. Ab 14.00 Uhr machen die meisten Kinder

 

gemeinsam Hausaufgaben.

 

Für den GanzDie wurden 2 Betreuerinnen eingestellt. Diese arbeiten in enger Kooperation mit der ESB Wuselvilla und den Lehrerinnen der Diesterwegschule zusammen. (siehe Abbildung )

Unser Konzept beinhaltet eine enge Verzahnung des Nachmittages von ESB/AG/Sternpiloten und GanzDie-Kindern. Neben dem gemeinsamen Mittagessen wird auch der Schulhof gemeinsam genutzt. Außerdem begleiten jeweils eine Lehrerin und eine Betreuerin aus ESB oder GanzDie eine Schülergruppe bei den Hausaufgaben.

 

Unterschiedliche Betreuungszeiten erschweren momentan noch die gemeinsame Arbeit in diesem Bereich und so ist das Thema Hausaufgaben und deren Durchführung auch Thema unseres ersten Themennachmittages gewesen. Zusätzlich zu diesen Themennachmittagen findet jeden 1. Montag eines Monats eine gemeinsame Besprechung aller am Nachmittag Beteiligten statt.

 

Da wir die Einrichtung des GanzDie-Raumes in den letzten Monaten selbst über Spenden finanziert haben, ist dieser mit unserer Kindergruppe seit Schuljahresbeginn kontinuierlich gemeinsam gewachsen. Bisheriger Höhepunkt war die Übergabe einer Spielsachenspende von 1000€ durch die Nassauische Sparkasse und den Oberbürgermeister Herrn Feldmann Ende November. Folgende Spielsachen wurden angeschafft:

Viele Kinder die im GanzDie angemeldet wurden verfügen zu Hause über wenig Spielmöglichkeiten. Häufig fehlt es ihnen an Ruhe, an Spielkameraden oder einfach an Platz. Für sie ist es wichtig im GanzDie mit Gleichaltrigen zusammenzukommen und möglichst frei

interagieren zu können.

 

Dabei kommt der Sprache eine besondere Bedeutung zu, denn zwei Drittel der Kinder haben einen Migrationshintergrund. Durch Rollenspiele, Gesellschaftsspiele oder die Unterhaltung in Kleingruppen versuchen wir mit den Kindern möglichst häufig ins Gespräch zu kommen. Das gemeinsame Spielen und Basteln wird von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen als angenehm empfunden und so kommt es im GanzDie kaum zu Streitigkeiten.

 

Unser nächstes Ziel ist die Ausweitung der Betreuungszeiten auf Montag bis Freitag und die Verlängerung des Nachmittags damit alle Kinder in Ruhe spielen und Hausaufgaben machen können. Dabei wünschen wir uns flexible Hausaufgabenzeiten und einen zweiten Betreuungsraum.

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