Lernwerkstatt Naturwissenschaften

Was ist eine Lernwerkstatt?

Eine Lernwerkstatt ist ein fest eingerichteter Raum mit vielfältigen Werkzeugen, Materialien und Alltagsgegenständen. Sie ist so eingerichtet, dass Kinder oder auch Erwachsene zum Staunen, Fragen, Ausprobieren und Entdecken angeregt werden und forschend lernen können.

 

In einer Lernwerkstatt kann fast alles zum Lernanlass werden: von der Toilettenspülung über die Schallplatte bis zu einem Luftballon. Die Neugier, das Vorwissen und die Fragen der Lernenden strukturieren die Auseinandersetzung mit dem Gegenstand. Ob diese Auseinandersetzung allein oder in Gruppen, in 2 Stunden oder  an 5 Tagen, durch Versuch, Beobachtung oder Recherche geschieht, hängt von den Forscherinnen und Forschern selbst ab. In der Lernwerkstatt kann jeder seinen eigenen Lernweg finden und gehen.

 

Lernwerkstätten gibt es in Kitas und Schulen – auch institutionsübergreifend im Sinne einer gemeinsamen Übergangsgestaltung…

Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)

 

 

Das Konzept der Lernwerkstatt

 

Die gemeinsame Lernwerkstatt der Diesterwegschule und des Kinderzentrums Ginnheimer Hohl (ehemals KT 23) ist im Jahre 2009 im Rahmen des Projektes „Fliegen Lernen“ mit Unterstützung der DKJS und der Firma Boeing entstanden. In einem Raum wurde eine „Lernwerkstatt“ eingerichtet, die von verschiedenen Lerngruppen genutzt werden kann.  Lesen Sie dazu genaueres unter Projekte.

 

Zunächst haben sich in der Lernwerkstatt 2 gemischte Gruppen aus Kita- Kindern, Vorklassen-Kindern und Erstklässlern getroffen. Gemeinsam mit einer Erzieherin und einer Lehrerin wurde gestaunt, geforscht, und gearbeitet.

 

In den Folgejahren konnten wir unser Konzept auch aufgrund einer besseren Stundenversorgung kontinuierlich ausbauen, neue Kolleginnen für die Arbeit in der LWS gewinnen und fortbilden und sind dadurch schon seit mehreren Jahren in der Lage 5-6 Kindergruppen pro Schuljahr in der LWS arbeiten zu lassen.

 

Aufgrund der räumlichen und personellen Gegebenheiten aber auch weil in unserem Konzept das selbstbestimmte Forschen im Mittelpunkt steht, sollte die Gruppengrößte 14 Kinder nicht überschreiten. Hier sind dann 2 Erwachsene als Lernbegleiter notwendig. Unsere Erfahrungen zeigen, das altersgemischte Gruppen besonders gut zusammenarbeiten.

 

Beraten werden wir von Frau Buchczik. Sie hat als Praxisbegleiterin unsere Arbeit der letzten Jahre maßgeblich geprägt und durch unterschiedliche Fortbildungen bereichert. Nachdem die Förderung durch die DKJS 2013 auslief haben wir uns nach anderen Fördermöglichkeiten umgesehen.

 

Lesen sie dazu auch: Neues aus der Lernwerkstatt.

 

Wir versuchen jedem Schulkind mindestens 1 Jahr in der LWS zu ermöglichen und bieten außerdem am Nachmittag die

AG -Naturwissenschaftliche Experimente in der LWS an. Diese ist in Zusammenarbeit mit der Schule, der ESB (Wuselvilla) und der KT23 entstanden und steht den Kindern der 3. und 4. Klassen zur Verfügung.

 

Eine kleine Gruppe aus Lehrerinnen und Erzieherinnen trifft sich regelmäßig zur Materialbestellung, Be- und Entsorgung und zu Beginn eines Schulhalbjahrs gibt es einen gemeinsamen Aufräumtag.

 

Da die Präsentation der zur Verfügung stehenden Materialien und die Funktion und das Funktionieren der Messgeräte in der LWS von großer Bedeutung sind, ist die regelmäßige Wartung notwendig.

 

Alle in der Lernwerkstatt arbeitende Kolleginnen, werden über ein Jahr eingewiesen und begleitet. Im Idealfall können Sie im folgenden Jahr selbst eine neue Gruppe und Kollegin übernehmen. Mit dieser Methode konnten wir in den letzten Jahren gut ein Drittel des Kollegiums weiterbilden.

 

Pädagogen in der Lernwerkstatt

Forschendes Lernen in Lernwerkstätten erfordert von Pädagoginnen und Pädagogen ein anderes Rollenverständnis. Neben dem Einrichten und Aufbauen einer Lernwerkstatt geht es vor allem darum, den individuellen Lernprozess zu ermöglichen und zu begleiten.

Gute Lernbegleitung in der Lernwerkstatt bedeutet, dass Pädagoginnen und Pädagogen…

  • die Lernumgebungen so gestalten, dass selbstständiges forschendes Lernen möglich ist.
  • alle Kinder dabei unterstützen, eigene Fragen und Lösungswege zu finden. Sie halten sich mit Anleitungen zurück und regen zum Weiterdenken an, zum Beispiel indem sie Fragen stellen.
  • regelmäßig mit Kindern über deren Forschungsschritte sprechen und ihnen wertschätzende Rückmeldung geben und Anerkennung und Sicherheit vermitteln.
  • sich selbst als (Mit-)Lernende sehen, ihre Arbeit dokumentieren und das eigene Handeln hinterfragen.
  • in Teams zusammenarbeiten und sich über ihre Erfahrungen austauschen.

Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)

 

Eine gemeinsame Lernwerkstatt von Kita und Schule fördert die professionsübergreifende Zusammenarbeit mit dem Ziel gemeinsam Verantwortung für den Übergang vom Kindergarten in die Schule zu übernehmen.

 

Eine zentrale Aufgabe kommt bei dieser Sichtweise auf die Erzieherinnen zu. Sie übernehmen aufgrund ihrer Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit den Kindern, und ihrer Ausbildung oft die Vorbildfunktion der Lernbegleiterin und tragen so in besonderer Weise zur Ausbildung von Lernbegleitern bei.

 

 

Kinder in der Lernwerkstatt

In der LWS sind Arbeitsinseln aufgebaut, deren Themen regelmäßig wechseln und an denen verschiedene Angebote zur Verfügung stehen. Dabei werden verschiedene Bereiche des naturwissenschaftlichen Lernens abgedeckt. Es gibt auch Bücher mit Anregungen und Versuchsanleitungen und verschiedene Versuchskisten, in denen Material und Versuchsanleitungen enthalten sind. Die Kinder wählen allein oder in der Gruppe einen Versuch aus und bearbeiten diesen weitgehend selbstständig. Weiterhin  können sie an den Thementischen die vorbereiteten Angebote selbstständig nutzen oder eigenen Ideen und Forscherfragen nachgehen. Alle Materialien und Angebote werden so präsentiert, dass die Kinder eigenaktiv tätig werden können und eine forschend-entdeckende Lernhaltung einnehmen können. Begleitet wird der Lernprozess durch eine festgelegte Struktur des Arbeitsverlaufs.

Die Gruppe verbringt jeweils 2 Stunden in der Lernwerkstatt.

Feste Bestandteile des Ablaufs sind:

  • der Anfangskreis (Was nehme ich mir heute vor? Was will ich heute machen?)
  • die Experimentierphase
  • eine Vorbereitungszeit zur Kurzpräsentation
  • der Forscherrat (Präsentation der Ergebnisse, des Versuchs etc.)
  • die Aufräumphase
  • der Eintrag in ein Forschertagebuch

(verschiedene Dokumentationsformen sind möglich je nach individuellem Entwicklungsstand des Kindes: Bilder vom Handlungsablauf malen, Zeichnungen anfertigen und beschriften, schriftlich festhalten, was gemacht wurde oder herausgefunden wurde, Verschriftlichen eines Versuchsverlaufs)

Verstehen statt stures Auswendiglernen

FR, 07.07.2016

[PDF]

Impressum | © Diesterwegschule Frankfurt